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Thomas Zelenka

Meine Überzeugung: Bienen sind wilde Tiere und alles, was ich tun kann, ist, ihnen ein perfektes Umfeld zu schaffen. Ich suche Sammelplätze, sorge für naturbelassene Holzbehausungen und pflege meine Völker mit viel Fürsorge. So verstehe ich auch mein Handwerk, das von großem Respekt für die Natur geleitet wird. Jeden Tag. Allerdings: Meine Arbeit heute ist unkonventioneller als die meines Großvaters.”

Ich wohne in der Stadt, in einer Wohnung – meine Bienenstöcke stehen an vielen Plätzen mitten in der Natur. Ich bin also viel unterwegs, weil ich sie regelmäßig besuche, um nach dem Rechten zu sehen. Vor 9 Jahren habe ich mit zehn Völkern begonnen. Das war noch neben meinem Job als Tourismusmanager. Aus einem Hobby ist dann ernst geworden. Heute bin ich offiziell Landwirt, habe neun Millionen Mitarbeiterinnen/ Kolleginnen in insgesamt 130 Bienenstöcken, die ich in und um Wien betreue. Meine Werkstatt befindet sich im 23. Bezirk.

Jedes Volk ist anders, aber jedes ist sammelfreudig. Was Bienen mögen, ist eine große Auswahl an verschiedenen Nahrungsquellen. Das heißt: Weite Flächen, auf der ein und dieselbe Pflanzenart wachsen, mögen sie genauso wenig wie Getreidefelder, die vom Wind bestäubt werden.

Parks, Dachterrassen, Alleen, große und kleine Gärten mit Blumenrabatten sind ein Paradies für meine Völker. Danke allen, die sie pflanzen! Dass Bienen davon profitieren, haben sicherlich viele gar nicht gewusst. Auch mich hat es überrascht!

Parks, Dachterrassen, Alleen, große und kleine Gärten mit Blumenrabatten sind ein Paradies für meine Völker.

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Imkersein

Imkersein sieht heute ein wenig anders aus, als noch zu Zeiten meines Großvaters. Standen Bienenhütten einst romantisch ausschließlich auf Wiesen, so findet man heute Bienenvölker auch auf den Dächern von historischen Gebäuden, wie dem Kunsthistorischen Museum in Wien oder bei dem einen oder anderen Unternehmen, das die Bienenhaltung unterstützen und fördern möchte.

„Geht’s den Bienen gut – geht’s auch den Menschen gut“, diesen Satz hat mir schon mein Großvater vor 40 Jahren gesagt. Damals war ich ein kleiner Bub in der Steiermark, der seinen Opa in die Bienenhütte hinterm Haus begleitete. Er mit einer qualmenden Pfeife im Mund und ich aufgeregt, wenn es ums Honigschleudern ging. Wenn er den zähflüssigen, duftenden Honig schließlich in die Gläser abfüllte, waren wir beide selig. Seit damals weiß ich, dass Bienen ein großes Glück sind. Nach drei Jahrzehnten auf Abwegen habe ich die Imkerei zu meinem Beruf gemacht.

Meine Überzeugung: Bienen sind wilde Tiere und alles, was ich tun kann, ist, ihnen ein perfektes Umfeld zu schaffen.

Ich suche Sammelplätze, sorge für naturbelassene Holzbehausungen und pflege meine Völker mit viel Fürsorge. So verstehe ich auch mein Handwerk, das von großem Respekt für die Natur geleitet wird. Jeden Tag. Allerdings: Meine Arbeit heute ist unkonventioneller als die meines Großvaters.”

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Tradition

Das Imkern liegt bei uns in der Familie. Für mich bedeutet es Glück, in einer großen Familie aufgewachsen zu sein und von meinen Eltern und Großeltern Rückhalt und Werte mit auf den Weg bekommen zu haben. Heute bin ich Imkermeister in 3. Generation und jeden Tag dankbar, dass ich mit Bienen arbeiten und einen der schönsten Berufe ausüben darf.

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